Definition
Ein quantitativer Rahmen, der Risikoexpositionen und Szenarien in Kapitalanforderungen oder Kapitalbelastungen abbildet. Er kann regulatorisch (regelbasierte Formeln) oder intern (stochastische Simulationen, Value-at-Risk, erwartete/unerwartete Verlustmodelle) sein und liefert in der Regel Punktschätzungen sowie Verteilungsansichten des erforderlichen Kapitals.
Prinzip
Prinzip
Risikomessung, Korrelation, Diversifikationseffekte und Tail-Loss-Schätzung in eine kohärente Rechenstruktur kombinieren, sodass Kapitalbestände potenzielle Verluste auf einem gewählten Konfidenzniveau oder regulatorischen Maß widerspiegeln.
Demonstration
Demonstration
Das interne Kapitalmodell einer Bank aggregiert Kredit-, Markt- und operationelle Risiken mittels Szenariosimulationen und copula-basierter Korrelationen, um den unerwarteten Verlust auf dem 99,9%-Perzentil für die wirtschaftliche Kapitalplanung zu schätzen.
Fehlanwendung
Fehlanwendung
Blindes Vertrauen in die Ausgabe eines Einzelmodells ohne Sensitivitätsanalyse, Governance oder Bewertung der Parameterunsicherheit; das Ignorieren von Modellrisiken führt zu Unter- oder Überschätzung des Kapitals und schlechten Geschäftsentscheidungen.
Konsequenz
Konsequenz
Ein validiertes Kapitalmodell ermöglicht informierte Kapitalziele, Allokationen zwischen Geschäftsbereichen, Risikopricing und regulatorische Kapitalplanung, wenn es mit Governance, Stresstests und Modellrisikomanagement kombiniert wird.
Umkehrung
Umkehrung
Ein politikgetriebener Kapitalpuffer (qualitative Governance-Regel), der Kapital durch Managementurteil statt durch Modellausgaben festlegt, ist die Umkehr: Er betont Governance und Pragmatismus über quantitative Abbildung.
Abgrenzung
Abgrenzung
Bezieht sich auf das mathematische und rechnerische Instrumentarium, das Kapitalmaße liefert; schließt Kapitalpolitik, Governance-Entscheidungen und nicht modellierte, urteilsgestützte Anpassungen aus, die Modellausgaben aus geschäftlichen oder regulatorischen Gründen modifizieren.
Semantische Spannung
Semantische Spannung
Spannung besteht zwischen einfachen, transparenten faktorbasierenden Kapitalmodellen und komplexen, stark parametrisierten Simulationsmodellen: Erstere tauschen Präzision gegen Interpretierbarkeit, Letztere erfassen Tail-Abhängigkeiten besser, erhöhen jedoch das Modellrisiko.
Synthese
Synthese
Ein Kapitalmodell ist ein präzise spezifiziertes quantitatives Instrument, das gemessene Expositionen und Szenarioannahmen in Kapitalanforderungen überführt und mit Validierung, Governance und Sensitivitätsanalysen gekoppelt sein muss, um handlungsfähig und zuverlässig zu sein.