Definition
Der als Aufwand (oder Ertrag) in der GuV ausgewiesene latente Steueraufwand, der die Veränderung der latenten Steuerbestände infolge temporärer Differenzen zwischen bilanziellen Buchwerten und steuerlichen Bemessungsgrundlagen sowie aus Verlust- oder Steuererstattungsüberhängen widerspiegelt.

Prinzip

Prinzip
Latente Steuern sind zu erfassen, um die zukünftigen steuerlichen Folgen von in der laufenden Periode erfassten Sachverhalten widerzuspiegeln; die Messung erfolgt mit den gültigen Steuersätzen, die voraussichtlich bei Umkehrung der temporären Differenzen gelten werden.

Demonstration

Demonstration
Ein Unternehmen hat Erträge, die handelsrechtlich früher als steuerlich erfasst werden, wodurch eine zeitliche Differenz von 100 entsteht; bei einem Steuersatz von 30 % ergibt sich ein latenter Steueranspruch von 30, und die zugehörige Veränderung (Aufwand oder Ertrag für latente Steuern) wird in der GuV erfasst, wenn sich die Differenz ändert.

Fehlanwendung

Fehlanwendung
Dauerhafte Differenzen (zeitlich nicht umkehrbare) als latente Steuerpositionen zu behandeln oder vorweggenommene, nicht verkündete zukünftige Steuersätze anzuwenden, um latente Steuern zu messen.

Konsequenz

Konsequenz
Korrekte Bilanzierung latenter Steuern glättet die ausgewiesene Steuerbelastung über Perioden, indem steuerliche Effekte den Perioden zugeordnet werden, in denen sich die Zeitdifferenzen bilden oder auflösen; dies beeinflusst die Volatilität des Periodenergebnisses und die latenten Steuerpositionen in der Bilanz.

Umkehrung

Umkehrung
Der laufende Steueraufwand setzt sich dagegen auf die Steuer auf den steuerpflichtigen Gewinn der Periode, während latente Steuern die steuerlichen Effekte aufgrund zeitlicher Differenzen zwischen Perioden erfassen.

Abgrenzung

Abgrenzung
Bezieht sich nur auf temporäre Differenzen und vortragsfähige Steuerpositionen, die umkehrbar sind; ausgenommen sind permanente Differenzen, Bewertungskorrekturen ohne wahrscheinliche steuerpflichtige Zukunftserträge und unsichere Steuerpositionen mit eigener Behandlung.

Semantische Spannung

Semantische Spannung
Spannungen entstehen zwischen der bilanziellen Erfassung latenter Steuern nach Rechnungslegungsgrundsätzen und der steuerlichen Sichtweise der Finanzbehörden; die Klassifizierung hängt von Annahmen zu Timing und Wahrscheinlichkeit ab, nicht vom unmittelbaren Steuerzahlungseffekt.

Synthese

Synthese
Der Aufwand für latente Steuern ist der in der GuV erfasste Steuerbetrag, der aus Veränderungen latenter Steueransprüche und -verpflichtungen infolge temporärer Differenzen und Vorträge resultiert, gemessen zu den voraussichtlich bei deren Umkehr geltenden Steuersätzen.