Definition
Das Verfahren, weniger als 100 Prozent einer Population von Buchungsposten oder Geschäftsvorfällen auszuwählen und zu prüfen, um Rückschlüsse auf die Gesamtheit zu ziehen, unter Anwendung statistischer oder nichtstatistischer Methoden zur Steuerung des Stichprobenrisikos.

Prinzip

Prinzip
Repräsentativität und Risikokontrolle: Auswahl einer Stichprobe, die eine vernünftige Basis für Inferenz über die Population bietet, unter Berücksichtigung der tolerierbaren Abweichung, der erwarteten Abweichung und des gewünschten Sicherheitsniveaus.

Demonstration

Demonstration
Ein Prüfer wählt eine statistisch ermittelte Stichprobe von Kreditorenrechnungen aus dem Einkaufsbuch, um Autorisierung, Richtigkeit und Buchung zu prüfen; die Ergebnisse werden hochgerechnet, um die voraussichtliche Fehlerquote der gesamten Population zu schätzen.

Fehlanwendung

Fehlanwendung
Verwendung von Bequemlichkeits- oder verzerrten Auswahlmethoden, Ignorieren des Stichprobenrisikos oder das Hochrechnen von Ergebnissen aus einer nicht repräsentativen Stichprobe kann zu irreführenden Schlussfolgerungen und ungeeigneten Prüfungsurteilen führen.

Konsequenz

Konsequenz
Richtig angewandtes Stichprobenverfahren steigert die Prüfungseffizienz und ermöglicht schlussfolgerichtige Aussagen mit quantifiziertem Stichprobenrisiko; ein Restrisiko verbleibt und ist im Prüfungsurteil zu berücksichtigen.

Umkehrung

Umkehrung
Die Prüfung von 100 % einer Population (Vollprüfung) eliminiert Stichprobenrisiko, ist jedoch oft nicht praktikabel; umgekehrt verfälscht die Annahme, dass eine unzureichend geplante Stichprobe die ganze Population exakt repräsentiert, die wissenschaftliche Grundlage der Inferenz.

Abgrenzung

Abgrenzung
Gilt, wenn Populationsmerkmale eine sinnvolle Hochrechnung erlauben; ungeeignet, wenn jedes einzelne Element materiell ist, die Population zu klein ist oder gesetzlich bzw. prüfungszweckbedingt Vollprüfungen gefordert sind.

Semantische Spannung

Semantische Spannung
Spannung zwischen statistischem Sampling (quantifizierbares Risiko, objektive Auswahl) und nichtstatistischem/jurisdiktionsbasierendem Sampling (Auditor‑Urteil), sowie zwischen Sampling und analytischen Prüfverfahren als Beweisquelle.

Synthese

Synthese
Prüfungsstichprobe ist eine gezielte Prüftechnik, die Kosten und Sicherheit abwägt, indem repräsentative Elemente einer Population nach einem definierten Plan ausgewählt werden, um Populationseigenschaften zu schätzen und dabei das Stichprobenrisiko zu steuern.