Definition
Der erwartete Zusatzrenditebetrag, den Anleger dafür verlangen, in ein diversifiziertes Marktportfolio statt in ein risikofreies Asset zu investieren; numerisch die Differenz zwischen erwartetem Marktrendement und risikofreiem Zinssatz.
Prinzip
Prinzip
Anleger verlangen Entschädigung für das Tragen systematischer (nicht diversifizierbarer) Risiken; die Marktrisikoprämie quantifiziert diese Entschädigung pro Einheit der Marktbetrachtung.
Demonstration
Demonstration
Wenn die erwartete Rendite eines breiten Aktienindex 8 % beträgt und der aktuelle risikofreie Satz 2 % ist, beträgt die Marktrisikoprämie 6 % und wird in Asset-Pricing-Berechnungen genutzt, um erforderliche Renditen festzulegen.
Fehlanwendung
Fehlanwendung
Die Verwendung eines historischen arithmetischen Mittels vergangener Überschussrenditen ohne Anpassung an die aktuelle Wirtschaftslage oder die Übertragung einer Prämie aus einem Markt auf einen deutlich anderen Markt führt zu irreführenden Ergebnissen.
Konsequenz
Konsequenz
Eine korrekte Schätzung der Marktrisikoprämie beeinflusst Abzinsungssätze, Eigenkapitalkosten und Investitionsentscheidungen und damit Bewertungen von Unternehmen und Projekten.
Umkehrung
Umkehrung
Die Umkehr würde Marktanlagerenditen als risikofrei behandeln oder behaupten, dass für Marktengagement keine Entschädigung nötig sei, was den beobachteten höheren langfristigen Aktienrenditen widerspricht.
Abgrenzung
Abgrenzung
Gilt für systematische Aktienmarktexposition; es ist nicht die Prämie für idiosynkratisches oder projektspezifisches Risiko und hängt vom gewählten Marktproxy, Zeitraum und den Erwartungen der Anleger ab.
Semantische Spannung
Semantische Spannung
Spannung zwischen rückblickenden historischen Schätzungen und vorausschauenden impliziten oder umfragebasierten Schätzungen; unterschiedliche Methoden liefern teils deutlich verschiedene Prämien.
Synthese
Synthese
Die Marktrisikoprämie ist der marktweite Preis für das Tragen systematischer Risiken: ein erwartungsbasierter Aufschlag auf den risikofreien Satz, mit dem sich Marktexposition in erforderliche Renditen übersetzt, wobei die Schätzung stark methode- und kontextabhängig ist.