Definition
Das Risiko, dass eine Partei einer Zahlungs‑ oder Wertpapierübertragung das zugesagte Asset oder die Zahlung zum Abwicklungszeitpunkt nicht liefert und die Gegenpartei nach eigener Leistung exponiert bleibt.

Prinzip

Prinzip
Abwicklungsrisiko entsteht durch Zeitdifferenzen, Abhängigkeitsketten und Unterschiede zwischen rechtlichem Abschluss und operativer Ausführung; Finalität, Synchronisation und Liquiditätssteuerung sind zentrale Minderungsmaßnahmen.

Demonstration

Demonstration
Eine Bank überträgt Wertpapiere an eine Gegenpartei in Erwartung von Bargeld am Abwicklungstag; die Gegenpartei zahlt aus betrieblichen Gründen oder wegen Insolvenz nicht, sodass der Sender ohne Liquidität dasteht, obwohl die Wertpapiere bereits verschoben wurden.

Fehlanwendung

Fehlanwendung
Abwicklungsrisiko mit Marktrisiko oder routinemäßiger buchhalterischer Abstimmung zu verwechseln; Abwicklungsrisiko betrifft spezifisch das Scheitern der vereinbarten Übertragung zum Abwicklungszeitpunkt, nicht vorherige Wertänderungen.

Konsequenz

Konsequenz
Die Anerkennung des Abwicklungsrisikos führt zu Maßnahmen wie Vorabbereitstellung von Mitteln, Delivery‑versus‑Payment‑Mechanismen (DVP), zentralen Gegenparteien, Besicherung und vertraglichen Finalitätsregeln, um Expositionen zu verringern.

Umkehrung

Umkehrung
Ein Abwicklungsumfeld mit garantierter atomarer Finalität — wo Lieferung und Zahlung unwiderruflich und simultan erfolgen — und damit einseitige Abwicklungsexpositionen eliminiert.

Abgrenzung

Abgrenzung
Gilt für den Zeitpunkt und die Mechanik der Abwicklung von Zahlungen oder Wertpapierübertragungen. Schließt Kreditrisiken aus bestehenden Darlehen, operative Betrugsrisiken, die nicht die Abwicklungsmechanik betreffen, sowie Preisrisiken vor der Abwicklung aus.

Semantische Spannung

Semantische Spannung
Spannung zwischen Abwicklungsrisiko und verwandten Konzepten wie Gegenparteiausfallrisiko oder Principal‑Risk; Abwicklungsrisiko betrifft Abschlusszeitpunkt und Mechanik, während Kreditrisiko die Zahlungsfähigkeit der Gegenpartei über beliebige Horizonte betrachtet.

Synthese

Synthese
Abwicklungsrisiko ist die Exposition, die entsteht, wenn eine Partei ihre Übertragung erfüllt, während die Gegenpartei zum Abwicklungszeitpunkt nicht liefert; es wird durch Gestaltung reduziert, die Lieferung und Zahlung synchronisiert oder garantiert, Zeitdifferenzen verringert und Liquidität zuweist.