Definition
Ein finanzielles Derivatgeschäft, das einer Partei (dem Käufer) das Recht, aber nicht die Pflicht gewährt, eine bestimmte Menge eines Basiswerts zu einem vorher festgelegten Ausübungspreis innerhalb oder am Ende einer definierten Laufzeit zu kaufen oder zu verkaufen; der Verkäufer (Stillhalter) erhält dafür eine Prämie und kann bei Ausübung zur Erfüllung verpflichtet sein.
Prinzip
Prinzip
Optionen verteilen asymmetrische Rechte und Pflichten zwischen den Kontrahenten: Der Käufer erwirbt Optionalität (begrenzter Verlust, potenziell unbegrenzter Gewinn), der Verkäufer verkauft Optionalität (begrenzter Gewinn durch erhaltene Prämie, potenziell erheblicher Verlust); die Bewertung hängt von Basispreis, Volatilität, Restlaufzeit sowie Finanzierung/Dividenden ab.
Demonstration
Demonstration
Ein Anleger kauft einen Optionsvertrag, der das Recht gibt, 100 Aktien von Unternehmen X zum Ausübungspreis von 50 in drei Monaten zu kaufen; der Anleger zahlt eine Prämie und kann ausüben, die Option verkaufen oder verfallen lassen.
Fehlanwendung
Fehlanwendung
Eine Option als Garant für eine spätere Lieferung unabhängig vom Marktpreis zu behandeln (Verwechslung mit Forward/Future), oder die Prämie als rückzahlbar zu betrachten, wenn die Option nicht ausgeübt wird.
Konsequenz
Konsequenz
Richtig eingesetzt ermöglichen Optionsverträge Absicherung gegen Preisrisiken, gerichtetes Hebeln mit bekanntem maximalen Verlust für den Käufer und Risikotransfer zwischen Marktteilnehmern; sie erzeugen zudem Margin-, Kapital- und Kontrahentenanforderungen für Verkäufer und Käufer.
Umkehrung
Umkehrung
Ein Forward- oder Futures-Kontrakt legt beiderseitige Verpflichtungen zum Kauf oder Verkauf des Basiswerts bei Fälligkeit fest und kehrt damit die Optionalität um, indem ein einseitiges Recht durch eine bilaterale Verpflichtung ersetzt wird.
Abgrenzung
Abgrenzung
Bezieht standardisierte an der Börse gehandelte Optionen und maßgeschneiderte OTC-Optionen ein; schließt Instrumente aus, die nur eine optionsähnliche Auszahlung referenzieren, aber keinen dokumentierten bilateralen Recht-/Pflichtenkontrakt schaffen, sowie Warrants, wenn deren rechtliche Bedingungen abweichen.
Semantische Spannung
Semantische Spannung
Spannung besteht zwischen Optionsvertrag und Warrant: beide gewähren optionsartige Rechte, unterscheiden sich jedoch in Emission, Verwässerungseffekten und rechtlichen Bedingungen; ein naher Begriff ist der Future/Forward, der wirtschaftlich ähnlich aussehen kann, aber die Struktur von Recht und Pflicht umkehrt.
Synthese
Synthese
Ein Optionsvertrag ist ein bilateraler Derivatvertrag, der gegen Prämienzahlung optionale Ausübungsrechte gewährt; sein ökonomischer Wert und die Risikoallokation hängen von Ausübungspreis, Laufzeit, Basiswertdynamik und Standardisierung ab.