Definition
Ein lineares Asset-Pricing-Modell, das die erwartete Rendite eines einzelnen Assets mit dem risikofreien Satz plus einer risikoprämie verknüpft, die proportional zum systematischen Risiko (Beta) relativ zum Markt ist.
Prinzip
Prinzip
Erwartete Rendite = risikofreier Satz + Beta × Marktrisikoprämie; das Modell besagt, dass nur systematisches Risiko, gemessen durch Beta, in einem Gleichgewicht eine Risikoprämie verlangt.
Demonstration
Demonstration
Ein Analyst verwendet das CAPM zur Berechnung der geforderten Rendite: bei einem risikofreien Satz von 2 %, einem Beta von 1,2 und einer Marktrisikoprämie von 6 % ergibt das CAPM eine geforderte Rendite von 2 % + 1,2×6 % = 9,2 %.
Fehlanwendung
Fehlanwendung
Das blinde Anwenden des CAPM ohne Prüfung der Modellannahmen (Linearität, stabiles Beta, Wahl des Marktproxies, Homogenität der Investoren) oder die Verwendung schlecht geschätzter Betas liefert irreführende Eigenkapitalkosten.
Konsequenz
Konsequenz
Bei korrekter Anwendung liefert das CAPM einen einfachen, intern konsistenten Input für die Abzinsung von Cashflows, die Festlegung von Mindestverzinsungsanforderungen und den Vergleich von Investitionsmöglichkeiten auf einer einheitlichen risikoadjustierten Basis.
Umkehrung
Umkehrung
Die Umkehr bestreitet eine einzelfaktorige lineare Beziehung zwischen erwarteter Rendite und Marktexposition und legt nahe, dass Mehrfaktorenmodelle oder verhaltensbedingte Erklärungen erwartete Renditen besser beschreiben.
Abgrenzung
Abgrenzung
Das CAPM ist ein Einkomponenten-Gleichgewichtsmodell: Es lässt Größen-, Value-, Momentum-, Liquiditäts- und andere Faktoren unberücksichtigt, sofern es nicht erweitert wird, und die empirische Passung variiert je nach Markt und Stichprobe.
Semantische Spannung
Semantische Spannung
Spannung zwischen der theoretischen Eleganz des CAPM und empirischen Anomalien (Größe, Value, Momentum), die auf zusätzliche preisrelevante Risiken oder Modellmissspezifikation hindeuten.
Synthese
Synthese
Das Capital Asset Pricing Model ist ein sparsames Gleichgewichtsmodell, das die geforderte Rendite über Beta mit der Marktexposition verknüpft; es dient als Basis für Kapitalkostenüberlegungen, ist jedoch durch seine Einkomponentenannahmen und Schätzungsempfindlichkeit begrenzt.