Definition
Eine Bewertungsmethode, die den Wert eines Unternehmens oder Vermögenswerts schätzt, indem sie Bewertungskennzahlen ähnlicher, zeitnaher Unternehmen oder Transaktionen heranzieht und sachgerechte Anpassungen vornimmt.

Prinzip

Prinzip
Marktpreise vergleichbarer Vermögenswerte enthalten Informationen zu Risiko, Wachstum und Rendite; der Wert des Bewertungsobjekts lässt sich ableiten, indem dessen Finanzkennzahlen auf Markt­multiplikatoren abgebildet und Unterschiede angepasst werden.

Demonstration

Demonstration
Zur Bewertung eines mittelgroßen Softwareunternehmens werden EV/Revenue‑ und EV/EBITDA‑Multiples einer Peer‑Gruppe börsennotierter SaaS‑Firmen gesammelt, zentrale Tendenzen (Median/trimmed mean) berechnet, Größen‑ und Wachstumsaufschläge oder -abschläge angewandt und das normalisierte Umsatz‑ oder EBITDA des Bewertungsobjekts mit dem adjustierten Multiple multipliziert.

Fehlanwendung

Fehlanwendung
Peers aus einer anderen Branche oder Lebenszyklusphase wählen, veraltete oder illiquide Marktdaten verwenden oder nicht für einmalige Posten und Bilanzierungseffekte anpassen, was zu irreführenden Vergleichswerten führt.

Konsequenz

Konsequenz
Ergibt eine marktverankerte, relative Schätzung, die schnell zu berechnen und transparent ist; sie spiegelt die aktuelle Anlegerstimmung wider und eignet sich zur Preisfindung, Benchmarking und Überprüfung intrinsischer Modelle.

Umkehrung

Umkehrung
Ein intrinsischer Diskontierungsansatz (DCF), der das Unternehmen anhand prognostizierter Zahlungsflüsse und Abzinsungssätze bewertet, statt Markt‑Multiples heranzuziehen.

Abgrenzung

Abgrenzung
Anwendbar, wenn ausreichend genuine, aktuelle Marktbeobachtungen vorliegen und das Bewertungsobjekt als fortgeführtes Unternehmen betrachtet wird; nicht geeignet für einzigartige Vermögenswerte, einmalige Rechtsstreitigkeiten, sehr frühe Projekte ohne Benchmarks oder bei unzuverlässigen Marktdaten.

Semantische Spannung

Semantische Spannung
Spannung zwischen marktbasierter Vergleichsbewertung (spiegelt aktuelle Preise und Stimmung) und intrinsischer Bewertung (spiegelt Fundamentaldaten) sowie zwischen Trading‑Multiples (Börse) und Transaction‑Multiples (Transaktionspreise mit Kontrollprämie).

Synthese

Synthese
Die Vergleichsbewertung verbindet beobachtete Marktpreise mit analytischen Anpassungen für Unterschiede in Größe, Wachstum und Risiko, um eine relative Wertermittlung zu liefern, die intrinsische Methoden ergänzt und realistische Preis‑Bandbreiten absteckt.