Definition
Eine Leistungskennzahl, die den in Geld ausgedrückten Wert misst, der über die erforderliche Rendite des eingesetzten Kapitals hinaus geschaffen wurde; berechnet als nachsteuerlicher Betriebsgewinn (NOPAT) minus Kapitalkosten gleich eingesetztem Kapital multipliziert mit dem gewichteten durchschnittlichen Kapitalkostensatz (WACC).
Prinzip
Prinzip
Die Berichtsleistung an den wirtschaftlichen Kapitalkosten ausrichten, damit Manager nach Wertschöpfung beurteilt werden statt nur nach Rechnungsgewinn; Aktivitäten belohnen, die Renditen über den Kapitalkosten erzielen.
Demonstration
Demonstration
Hat ein Unternehmen NOPAT von 12 Mio., eingesetztes Kapital 80 Mio. und WACC 10 %, dann EVA = 12 − (0,10 × 80) = 12 − 8 = 4 Mio.; eine positive EVA zeigt geschaffenen Wert in der Periode.
Fehlanwendung
Fehlanwendung
Die Verwendung des buchhalterischen Nettogewinns statt NOPAT, ein falscher WACC oder das Auslassen von bilanziellen Kapitalkomponenten verfälschen die EVA und führen zu schlechten Investitions- oder Vergütungsentscheidungen.
Konsequenz
Konsequenz
Richtige Anwendung lenkt Kapital auf Projekte, die die Kapitalkosten übertreffen, verbessert Investitionsdisziplin und bietet eine Grundlage für wertorientierte Vergütungssysteme.
Umkehrung
Umkehrung
Eine negative EVA (Wertvernichtung) liegt vor, wenn die Rendite des eingesetzten Kapitals unter dem WACC liegt, was signalisiert, dass die Fortführung der Aktivität den Aktionärswert mindert.
Abgrenzung
Abgrenzung
EVA konzentriert sich auf operative Leistung abzüglich Kapitalkosten und schließt rein finanzielle Entscheidungen oder kurzfristige Liquiditätseffekte aus; sie beruht auf Schätzungen (WACC, eingesetztes Kapital) und ist empfindlich gegenüber buchhalterischen Anpassungen und Einmaleffekten.
Semantische Spannung
Semantische Spannung
Nahe verwandt mit Residual Income und economic profit; unterscheidet sich vom buchhalterischen Gewinn durch die Anrechnung der Kapitalkosten und kann daher vom ausgewiesenen Nettogewinn abweichen.
Synthese
Synthese
EVA verbindet operative Rentabilität und Kapitalkosten zu einer ökonomischen Kennzahl: Sie zeigt, ob die nachsteuerliche operative Leistung die Kapitalkosten übersteigt und somit echten Shareholder-Value schafft oder vernichtet.