Definition
Eine Bilanz- und außerbilanzielle Aggregation, bei der jede Forderung mit einem aufsichtsrechtlichen Risikogewicht skaliert wird, um ihr relatives Kredit-, Markt- oder operationelles Risiko für die Zwecke der Kapitalanforderungsberechnung widerzuspiegeln.
Prinzip
Prinzip
Verschiedene Positionen beanspruchen Kapital im Verhältnis zu ihrem gemessenen oder zugewiesenen Risiko; Risikogewichtung übersetzt heterogene Aktiva in einen einheitlichen, risikosensitiven Nenner für Kapitalquoten.
Demonstration
Demonstration
Nach einem standardisierten Ansatz trägt eine Staatsanleihe mit 0 % Gewicht nichts zu den RWAs bei, eine Wohnhypothek mit 35 % trägt 35 % ihres Ausfallrisiko-Exposures bei und ein Unternehmenskredit mit 100 % trägt seinen vollen Exposure-Betrag.
Fehlanwendung
Fehlanwendung
Falsche Klassifizierung von Asset‑Typen zur Herabsetzung legaler Risikogewichte, das Nicht-Einbeziehen außerbilanzieller Positionen (Garantieverpflichtungen, nicht in Anspruch genommene Kreditlinien) oder die Verwendung ungeeigneter interner Modellannahmen zur Unterschätzung der Risikogewichte.
Konsequenz
Konsequenz
Eine genaue Messung der RWAs führt zu Kapitalanforderungen, die dem tatsächlichen Risikoprofil des Instituts entsprechen, und informiert über Pricing, Portfolioallokation und Risikominderungsmaßnahmen.
Umkehrung
Umkehrung
Behandlung aller Aktiva als gleichwertig (ungewichtete Leverage‑Exposition) beseitigt die Risikosensitivität und kann Konzentrationen riskanter Positionen verschleiern, was eine andere regulatorische Behandlung erfordert.
Abgrenzung
Abgrenzung
RWA‑Berechnungen folgen festgelegten Methoden (standardisiert vs. interne Modelle) und schließen Gegenstände aus, die von der Aufsicht ausdrücklich ein Nullgewicht erhalten; sie erfassen nicht alle Formen ökonomischen Risikos und ersetzen nicht Stresstests oder interne Kapitalmodelle.
Semantische Spannung
Semantische Spannung
Es besteht eine Spannung zwischen Vergleichbarkeit (befürwortet einfache standardisierte Gewichte) und Risikosensitivität/ Genauigkeit (befürwortet komplexe interne Modelle), was regulatorische und managementseitige Kompromisse erfordert.
Synthese
Synthese
Risikogewichtete Aktiva wandeln unterschiedliche Expositionen in eine einheitliche risikoadjustierte Basis um, sodass Kapitalquoten sowohl die Größe als auch die Risikointensität der Bilanz und außerbilanziellen Aktivitäten widerspiegeln.