Definition
Eine Risikobewertungstechnik, die die Widerstandsfähigkeit eines Portfolios, einer Institution oder eines Systems unter extremen, aber plausiblen ungünstigen Bedingungen bewertet, indem hypothetische oder historische Schockszenarien angewandt werden.
Prinzip
Prinzip
Modelle und Positionen kalibrierten Schocks aussetzen — Marktbewegungen, Ausfallereignisse, Liquiditätsengpässe, makroökonomische Verschiebungen — um Verwundbarkeiten aufzudecken, die Standardkennzahlen nicht zeigen, und Kapital‑ sowie Notfallpläne zu testen.
Demonstration
Demonstration
Eine Bank führt einen Stresstest durch, der eine schwere Rezession mit einem Aktienmarkt‑Rückgang von 30 %, einer Ausweitung der Staatsanleihe‑Spreads um 200 Basispunkte und einem Rückgang der Immobilienpreise um 50 % simuliert, um die Kapitalausstattung und projizierte Verluste über mehrere Jahre zu beurteilen.
Fehlanwendung
Fehlanwendung
Szenarien entwerfen, die entweder trivial sind (keine Stressfaktoren treffen) oder implizit unmögliche Extreme darstellen, oder Tests durchführen, ohne Ergebnisse in Maßnahmen, Governance oder Kapitalplanung zu überführen.
Konsequenz
Konsequenz
Robuste Stresstests legen verborgene Konzentrations‑ und Liquiditätsrisiken offen, informieren über Kapitalpuffer und Notfallpläne und verbessern die Krisenvorbereitung, wenn sie in Governance‑Prozesse und Nachfolgeaktionen eingebunden sind.
Umkehrung
Umkehrung
Sich ausschließlich auf punktuelle Modellkennzahlen wie VaR zu verlassen, kehrt den Ansatz um, da plausible extreme Pfade und dynamische Wechselwirkungen unter Druck nicht untersucht werden.
Abgrenzung
Abgrenzung
Gilt für die vorausschauende Exploration ungünstiger Ergebnisse bei Markt-, Kredit-, Liquiditäts‑ und Makrorisiken; ersetzt keine statistischen Maßnahmen, sondern ergänzt sie und ist abhängig von der Szenariogestaltungsqualität.
Semantische Spannung
Semantische Spannung
Spannung zwischen sehr detaillierten, institutionsspezifischen Stresstests (hohe Realitätsnähe, geringere Vergleichbarkeit) und standardisierten regulatorischen Stresstests (vergleichbar, aber weniger maßgeschneidert) sowie zwischen Plausibilität und Schwere der Szenarien.
Synthese
Synthese
Stresstesting ist ein bewusstes Schock‑und‑Beobachten‑Verfahren, das quantitative Risikomaße ergänzt, indem es extreme, aber plausible Bedingungen simuliert, um Verwundbarkeiten aufzudecken, Kapital‑ und Liquiditätspuffer zu steuern und die Krisenplanung zu stützen.