Definition
Ein Bewertungskennzahl, die sich aus dem Marktpreis je Aktie geteilt durch den Gewinn je Aktie (EPS) ergibt; allgemein als KGV (P/E) bezeichnet, zeigt sie, wie viel Anleger heute für eine Einheit gemeldeter Gewinne zahlen.

Prinzip

Prinzip
Der Marktpreis spiegelt diskontierte Erwartungen an zukünftige Gewinne und Risiko wider; das Teilen des Preises durch EPS ergibt das vom Markt implizierte Multiple auf gemeldete Gewinne und verbindet die Aktienbewertung mit dem den Aktionären zustehenden Nettogewinn.

Demonstration

Demonstration
Eine Aktie zum Kurs von 100 $ mit einem trailing EPS von 5 $ hat ein KGV von 20x, also zahlen Anleger das Zwanzigfache des Vorjahresgewinns je Aktie.

Fehlanwendung

Fehlanwendung
Die Nutzung des KGV ohne Anpassung der Gewinne für Ausnahmeeffekte, unterschiedliche Bilanzierungsweisen oder bei negativem/zyklisch deprimiertem EPS führt zu sinnlosen oder verzerrten Kennzahlen.

Konsequenz

Konsequenz
Bei angemessener Normalisierung erleichtert das KGV Peer-Vergleiche, Zeitreihenbewertungen und signalisiert Marktstimmung bezüglich Wachstum und Risiko; es fließt in Renditemetriken und ergebnisbasierte Bewertungsmodelle ein.

Umkehrung

Umkehrung
Die Umkehrung (Gewinn/Preis) ist die Ertragsrendite, nützlich zum Vergleich mit Anleiherenditen; der Umstieg auf EV/EBITDA verlagert den Fokus von aktionärsbezogenen Nettogewinnen auf operative Unternehmensgewinne.

Abgrenzung

Abgrenzung
Gilt nur für die Aktienbewertung und hängt von der EPS-Wahl ab (basic, diluted, adjusted, forward); schließt Fremdkapitalansprüche und außerbilanzielle Risiken aus und ist bei volatilen oder negativen Gewinnen unzuverlässig.

Semantische Spannung

Semantische Spannung
Spannung zwischen KGV und Unternehmenswert-Multiples: Das KGV reflektiert aktionärsspezifische Gewinne und ist sensibel gegenüber Kapitalstruktur und Besteuerung, während EV-basierte Multiples kapitalstrukturneutraler sind und operative Ergebnisse fokussieren.

Synthese

Synthese
Das KGV ist ein leicht verständliches Aktienmultiple, das Kurs und Gewinn je Aktie verknüpft; es ist nützlich für Vergleiche, wenn Gewinne stabil und vergleichbar sind, erfordert jedoch Anpassungen bei buchhalterischen und zyklischen Verzerrungen.