Definition
Eine kurzfristige Kennzahl, die die durchschnittliche Anzahl der Tage misst, die ein Unternehmen Vorräte hält, bevor sie verkauft werden; üblicherweise berechnet als (Durchschnittlicher Vorrat ÷ Herstellkosten der verkauften Waren) × 365 oder je nach Konvention anhand des Umsatzes.
Prinzip
Prinzip
Die Geschwindigkeit in Zeitmaßen zu quantifizieren, mit der Lagerbestand in Umsatz umgewandelt wird, indem Bilanzbestände mit Erfolgsgrößen verknüpft werden, sodass die operative Effizienz und das in Beständen gebundene Working Capital bewertet werden können.
Demonstration
Demonstration
Ein Einzelhändler mit einem durchschnittlichen Bestand von 2.000.000 € und jährlichen Herstellungskosten der verkauften Waren von 12.000.000 € hat eine durchschnittliche Lagerdauer ≈ (2.000.000 ÷ 12.000.000) × 365 ≈ 61 Tage, also etwa zwei Monate Lagerdauer vor dem Verkauf.
Fehlanwendung
Fehlanwendung
Ein Vergleich der durchschnittlichen Lagerdauer zwischen unterschiedlichen Branchen ohne Berücksichtigung branchenüblicher Unterschiede oder der Lagerbewertungsmethode (FIFO vs LIFO) kann irreführend sein; inkonsistente Verwendung von Umsatz statt Herstellkosten verzerrt die Kennzahl.
Konsequenz
Konsequenz
Korrekt angewandt, zeigt die Kennzahl die Effektivität der Lagerverwaltung, weist auf Veraltetungs- oder Engpassrisiken hin und hilft bei Einkaufs-, Preis- und Lagerentscheidungen, die Liquidität binden oder freisetzen.
Umkehrung
Umkehrung
Das invertierte Konzept ist die Lagerumschlagshäufigkeit, welche angibt, wie oft der Bestand pro Periode verkauft wird; eine niedrige Lagerdauer entspricht einer hohen Umschlagshäufigkeit.
Abgrenzung
Abgrenzung
Gilt nur für betriebliche Vorräte, die zum Verkauf gehalten werden; schließt gesondert zu messende laufende Arbeiten (WIP), Dienstleistungsunternehmen ohne materielle Vorräte und langfristige strategische Lagerbestände außerhalb des regulären Verkaufsflusses aus.
Semantische Spannung
Semantische Spannung
Spannungsfeld zwischen Lagerdauer und Bruttomargenfokus: Aggressive Reduktion der Lagerdauer kann zu Fehlbeständen und Umsatzverlust führen, während höhere Lagerdauern Margen schützen, aber Haltekosten erhöhen.
Synthese
Synthese
Die durchschnittliche Lagerdauer fasst Bilanzbestände und Erfolgsströme zu einem zeitbasierten Indikator zusammen, der aussagt, wie lange Kapital in Waren gebunden bleibt und der taktische Entscheidungen zu Lager und Liquidität informiert.