Definition
Der vor Finanzierungseffekten verbleibende Cashflow aus dem operativen Geschäft nach notwendigen Reinvestitionen, verfügbar für alle Kapitalgeber (Fremd- und Eigenkapital) vor Zinszahlungen; wird häufig zur Bewertung des Unternehmens als Ganzes verwendet.
Prinzip
Prinzip
Cashflow aus dem operativen Geschäft nach Steuern und notwendigen Reinvestitionen, aber vor Finanzierungseffekten messen: typische Formel FCFF = EBIT*(1 - Steuersatz) + Abschreibungen - Investitionen - ΔNWC, bzw. entsprechende Anpassungen bei Startpunkt aus dem Jahresüberschuss.
Demonstration
Demonstration
Beispiel: EBIT 100, Steuersatz 30 % → NOPAT 70; Abschreibungen 10, Capex 20, ΔNWC 5 → FCFF = 70 + 10 - 20 - 5 = 55. Diese 55 stehen zur Bedienung von Fremd- und Eigenkapital zur Verfügung, vor Zinsen.
Fehlanwendung
Fehlanwendung
Verwechslung von FCFF mit FCFE, Einbeziehung von Darlehenszuflüssen oder -tilgungen oder ungenaues Hinzurechnen von Zinsen bei Ableitung aus dem Jahresüberschuss, was die Unternehmensbewertung verzerrt.
Konsequenz
Konsequenz
FCFF ist der zentrale Input für die Unternehmensbewertung mittels DCF unter Verwendung des WACC; korrekt bemessen unterstützt er Entscheidungen über den Gesamtunternehmenswert und die optimale Kapitalstruktur.
Umkehrung
Umkehrung
Die Gegenmasse ist FCFE, die nachsteuerliche Zinsen und Nettoschuldenbewegungen abzieht, um den ausschließlich den Eigenkapitalgebern zur Verfügung stehenden Cashflow zu zeigen; FCFE für die Gesamtbewertung zu verwenden, führt zu Inkonsistenzen.
Abgrenzung
Abgrenzung
Gilt für laufende Unternehmen und Unternehmensbewertungen; schließt Finanzierungszuflüsse/-abflüsse und außerordentliche nicht operative Posten aus; Anpassungen sind nötig, wenn Steuern, Minderheitenanteile oder nicht beherrschende Anteile erheblich sind.
Semantische Spannung
Semantische Spannung
Spannungen bestehen zwischen FCFF- und FCFE-Definitionen sowie zwischen verschiedenen Startpunkten (EBIT, NOPAT, Jahresüberschuss), die eine sorgfältige Rückführung von Finanzierungseffekten und steuerlichen Behandlungen erfordern, um Doppelzählungen oder Auslassungen zu vermeiden.
Synthese
Synthese
Der Free Cash Flow to Firm ist der vor Finanzierung verbleibende operative Cashflow nach Steuern und notwendigen Reinvestitionen, stellt die für alle Gläubiger verfügbare Liquidität dar und bildet die Grundlage für die Enterprise-DCF-Bewertung.