 ##  [Sharpe-Ratio](/de/node/55094) 

 Definition

Eine risikoadjustierte Kennzahl, definiert als die Überschussrendite des Portfolios gegenüber einem risikofreien Zinssatz geteilt durch die Gesamtrendite‑Standardabweichung des Portfolios; ausgedrückt als (Rp − Rf) / σp fasst sie Rendite pro Einheit totaler Volatilität zusammen.

 

 

 

 

 

 





## Prinzip

Prinzip

Das ordnende Prinzip ist, dass Investoren für höhere erwartete Renditen nur insoweit belohnt werden sollten, wie sie eine größere Gesamtschwankung akzeptieren; der Sharpe‑Ratio skaliert die Überschussrendite mit dem Gesamtrisiko, um risikoadjustierte Vergleiche zu ermöglichen.

 

 

 

 

 





## Demonstration

Demonstration

Ein Portfolio erzielte eine durchschnittliche Jahresrendite von 10 %, der risikofreie Satz lag bei 2 %; bei einer jährlichen Standardabweichung von 13,3 % beträgt der Sharpe‑Ratio (10−2)/13,3 ≈ 0,60.

 

 

 

 

## Fehlanwendung

Fehlanwendung

Sharpe zum Vergleich von Strategien mit nicht‑normalen oder stark schiefen Renditeverteilungen, mit Autokorrelation, über inkompatible Zeiträume oder mit unterschiedlichem Hebel ohne Anpassung zu verwenden, führt zu irreführenden Ergebnissen.

 

 

 

 

 





## Konsequenz

Konsequenz

Richtige Anwendung ordnet Strategien nach Ertrag pro Einheit totaler Volatilität, unterstützt Allokations‑ und Risikobudgetentscheidungen und fördert die Auswahl von Möglichkeiten mit höherer risikoadjustierter Rendite.

 

 

 

 

## Umkehrung

Umkehrung

Der Fokus auf Sharpe lässt sich umkehren, indem man abwärtsgewichtete Kennzahlen (z. B. Sortino) verwendet, die nur negative Abweichungen bestrafen, oder indem man Roh­renditen ohne Skalierung betrachtet, wenn die Volatilität für den Investor irrelevant ist.

 

 

 

 

 





## Abgrenzung

Abgrenzung

Sharpe benötigt einen klar definierten risikofreien Satz, periodenkonsistente Renditen und Volatilitäten und Vorsicht bei nicht‑gausschen Renditen, unterschiedlichem Hebel oder signifikanter Schiefe/Wölbung.

 

 

 

 

 





## Semantische Spannung

Semantische Spannung

Sharpe steht häufig im Gegensatz zu Sortino (abwärtsorientiert) und Information Ratio (relativ zum Benchmark) — jede Kennzahl adressiert ein anderes Risikokonzept: Gesamtvolatilität, Abwärtsrisiko oder relative Variabilität.

 

 

 

 

 





## Synthese

Synthese

Der Sharpe‑Ratio vermittelt kompakt, wie viel Überschussrendite pro Einheit totaler Volatilität erzielt wird und ermöglicht Vergleiche risikoadjustierter Performance, sofern die Verteilungsannahmen und der Zeithorizont passen.