 ##  [Eigenkapitalwert (Equity Value)](/de/node/55067) 

 Definition

Der den Aktionären zurechenbare Wert eines Unternehmens; bei börsennotierten Unternehmen typischerweise die Marktkapitalisierung (Aktienkurs × ausstehende Aktien), oft auf voll verwässerter Basis angepasst, um Optionen, Wandelanleihen und andere verwässernde Instrumente zu berücksichtigen.

 

 

 

 

 

 





## Prinzip

Prinzip

Eigenkapitalwert ist die residuale Forderung am Unternehmenswert nach Bedienung von Schulden und anderen vorrangigen Ansprüchen; er repräsentiert den wirtschaftlichen Anteil der Eigentümer und bildet die Basis für Kennzahlen pro Aktie und Aktionärsrenditen.

 

 

 

 

 





## Demonstration

Demonstration

Ein börsennotiertes Unternehmen mit 10 Mio. Aktien zu 50 $ pro Aktie hat einen Markt‑Eigenkapitalwert von 500 Mio. $; zur Ermittlung des voll verwässerten Eigenkapitalwerts fügt man die potenziellen Aktien aus in‑the‑money‑Optionen und Wandelinstrumenten hinzu, bevor man mit dem Preis multipliziert oder ein Verwässerungsmodell anwendet.

 

 

 

 

## Fehlanwendung

Fehlanwendung

Eigenkapitalwert mit Unternehmenswert verwechseln bei der Anwendung von Multiples, Verwässerung durch bestehende Optionen nicht berücksichtigen oder Minderheitenanteile und Nebenforderungen ignorieren, was zu falschen Ergebnissen pro Aktie führt.

 

 

 

 

 





## Konsequenz

Konsequenz

Bestimmt den Aktienkurs, die Marktkapitalisierung und liefert Input für Verwässerungsanalysen, aktienbasierte Vergütungsbetrachtungen und den Eigenkapitalanteil in Transaktionspreisen.

 

 

 

 

## Umkehrung

Umkehrung

Unternehmenswert, der den Gesamtwert des operativen Geschäfts für alle Kapitalgeber misst; durch Subtraktion von Nettoverschuldung und anderen Forderungen vom EV erhält man den Eigenkapitalwert bei konsistenten Definitionen.

 

 

 

 

 





## Abgrenzung

Abgrenzung

Anwendbar, wenn die Bewertung aus der Aktionärsperspektive erfolgen soll; nicht die richtige Größe für Gläubigerverhandlungen, Fremdkapitalpreisgestaltung oder zur Bewertung nicht‑eigenkapitalbasierter Forderungen ohne Umwandlung in Eigenkapital.

 

 

 

 

 





## Semantische Spannung

Semantische Spannung

Spannung zwischen Buchwert des Eigenkapitals (bilanzielle Größe) und Markt‑Eigenkapital (Marktkapitalisierung) sowie Uneinigkeit über den Umgang mit potenzieller Verwässerung, Treasury‑Stock‑Methode vs. Vollumwandlung und Behandlung von Vorzugsaktien.

 

 

 

 

 





## Synthese

Synthese

Der Eigenkapitalwert ist der residuale Anteil der Aktionäre, abgeleitet vom Unternehmenswert nach Anpassung für Schulden und andere Forderungen; ausgewiesen pro Aktie oder als gesamte Marktkapitalisierung ist er zentral für aktionärsbezogene Entscheidungen und Transaktionsbewertung.